Ein Kapodaster hebt die Tonhöhe deiner Gitarre pro Bund um genau einen Halbton an und macht ein Lied damit in Sekunden höher singbar, ohne dass du neue Griffe lernen musst. Für tiefere Tonarten braucht es einen anderen Weg, weil ein gewöhnlicher Capo ausschließlich nach oben wirkt. Für spontane Singrunden mit Gitarre oder Ukulele reicht das aber meistens völlig.
Wie viele Halbtöne du brauchst, hängt davon ab, wie hoch eure Runde bequem singt, nicht von der Originalaufnahme des Songs. Wer mit einem Liederbuch wie dem Fetenbuch oder dem Rock & Pop Fetenbuch spielt, startet dabei ohnehin oft von einer bereits sängerfreundlich gesetzten Tonart aus, sodass der Capo meist nur noch den letzten kleinen Rest ausgleicht.
Ein paar Sachen solltest du vorher wissen, sonst hängt die Runde später an ungewohnten Griffen fest:
- Ein Capo verschiebt die Tonhöhe nur nach oben, jeder Bund entspricht genau einem Halbtonschritt.
- Die bequeme Tonart findest du über deinen eigenen singbaren Tonumfang, nicht über die Originalaufnahme des Songs.
- Liederbücher wie das Fetenbuch setzen viele Songs bereits tiefer, damit offene Akkorde statt Barrégriffe reichen.
- Nach dem Aufsetzen solltest du die Gitarre kurz neu stimmen, weil sich die Saitenspannung minimal verändert. Manchmal hilft auch einfach, den Capo neu aufzusetzen.
Was ein Kapodaster beim Transponieren wirklich verändert
Ein Kapodaster klemmt über alle Saiten eines Bundes und wirkt danach wie ein zusätzlicher, versetzbarer Sattel. Jede leere Saite klingt ab diesem Punkt so, als würdest du sie dort mit dem Finger abgreifen, und die ganze Gitarre klingt so pro Bund einen Halbton höher. Ein Griff, den du als G kennst, klingt mit Capo im zweiten Bund wie A, obwohl deine Finger exakt gleich liegen bleiben.
Die einzigen Ausnahmen von dieser Einbahnstraße nach oben sind speziell tiefer gestimmte Instrumente wie eine Bariton-Gitarre, oder das Herunterstimmen der Saiten selbst. Für die normale Klampfe am Wohnzimmertisch ist das aber unpraktisch, weil danach jede Saite locker klingt und die Intonation leidet.
In der Praxis setzt du den Capo meist zwischen den ersten und siebten Bund. Weiter oben verändert er den Klang spürbar Richtung Mandoline, und die engen Bundabstände machen Grifffehler wahrscheinlicher.
Faustregel für die Praxis: Bleib mit dem Capo möglichst zwischen dem 1. und 7. Bund. Danach wird die Gitarre klanglich dünn und eng zu greifen. Solisten mögen diesen Klang gelegentlich, eine singende Gruppe kommt damit selten gut zurecht.
Die richtige Tonart für eure Singrunde finden
Die bequeme Tonart für eine Gruppe findest du, indem du deinen höchsten und tiefsten noch angenehm singbaren Ton bestimmst und diesen mit dem Tonumfang des Lieds vergleichst, bevor du überhaupt zum Capo greifst. Die Differenz in Halbtönen zeigt dir genau, wie viele Bünde nötig sind, um das Lied dorthin zu schieben, wo eure Stimmen sich wohlfühlen.
Am einfachsten singst du die höchste Stelle des Refrains einmal ohne Begleitung durch. Fühlt sie sich schon angestrengt an, brauchst du eine tiefere Tonart. Klingt sie dagegen mühelos, kannst du in der Originaltonart bleiben oder sogar noch etwas höher gehen, wenn das der Stimmung mehr Energie gibt.
In der Gruppe zählt ein anderer Punkt als beim Solospiel: Du brauchst die Tonart, die für möglichst viele beim Mitsingen passt. Am Lagerfeuer besteht eine Runde selten aus lauter geübten Sängern, da entscheidet vor allem die Mehrheit der Stimmen im Kreis.
Willst du tiefer als die aufgedruckten Akkorde, kommst du mit dem Capo allein nicht weiter, denn er schiebt nur nach oben. Praktischer ist dann ein Arrangement, in dem die Tonart schon von Haus aus tiefer liegt. Die Saiten runterstimmen kannst du zwar auch, das macht aber kaum jemand spontan am Lagerfeuer.
Warum Fetenbuch und Rock & Pop Fetenbuch Songs oft schon tiefer setzen
Im Fetenbuch und im Rock & Pop Fetenbuch stehen viele Songs bewusst nicht in der Originaltonart, sondern in einer tieferen, sängerfreundlichen Lage mit überwiegend offenen Akkorden. Genau das ist der Grund: Die ganze Buchreihe ist von Anfang an fürs gemeinsame Singen gemacht, mit Tonarten, die zur durchschnittlichen Stimme in der Runde passen.
Als Begleiter musst du bei diesen Büchern seltener selbst nach unten transponieren, weil dieser Schritt schon in der Notation steckt. Der Capo bleibt trotzdem nützlich, meist für die letzte Anpassung an die jeweilige Gruppe.
Beispiel aus der Praxis: Laut einem Nutzerbericht im Gitarren-Forum steht „We Are The Champions" im Fetenbuch in den einfacheren Akkorden Em und Hm, statt im Original-Wechsel zwischen Cm und Bb/C. Der Verlag selbst wirbt genau mit diesem Prinzip für die ganze Reihe: tiefer gesetzt und mit offenen Griffen statt Barrés.
Beide Bücher bieten noch einen zweiten Vorteil: Sie drucken die passenden Akkordgriffe als Griffbild direkt vor jedem der jeweils 100 Songs, zusammen mit einem Schlag- oder Zupfmuster. Wer bei „Wonderwall" oder „Hallelujah" kurz zögert, welchen Griff die nächste Zeile braucht, findet die Antwort auf derselben Doppelseite und nicht erst im Anhang.
Capo richtig aufsetzen: Schritt für Schritt für Gitarre und Ukulele
Ein Capo sitzt richtig, wenn er nah hinter dem Bundstäbchen klemmt, zur Griffbrettwölbung passt und die Gitarre danach kurz nachgestimmt wird. Passt eins davon nicht, klingt entweder der Ton unsauber oder einzelne Saiten scheppern.
- Bauform wählen: Für die Konzertgitarre mit geradem Griffbrett brauchst du einen geraden Capo, für die Westerngitarre mit gewölbtem Griffbrett einen passend gewölbten Capo, sonst drücken die äußeren Saiten ungleichmäßig ab.
- Position bestimmen: Setze den Capo möglichst dicht hinter das Bundstäbchen, nicht mittig im Bundfeld, damit die Saiten sauber klingen statt zu schnarren.
- Fest schließen: Drück oder schraub den Capo gleichmäßig zu, ohne die Saiten unnötig stark niederzudrücken.
- Neu stimmen: Stimme die Gitarre nach dem Aufsetzen kurz nach, weil der Anpressdruck des Capos die Stimmung leicht verändern kann.
Bei der Ukulele lohnt sich ein eigener, leichterer Capo, denn ein normaler Gitarren-Capo macht den dünnen Ukulele-Hals kopflastig und drückt zu stark auf die Nylonsaiten. Ein Rechenbeispiel zeigt, wie viel der Capo bei der Ukulele bewegt: Die Standardstimmung G-C-E-A gilt als C-Tuning. Setzt du den Capo auf den zweiten Bund, landest du im D-Tuning, also exakt zwei Halbtöne höher, und ein gewohnter C-Griff klingt plötzlich wie D.
Kapo-Typen, Preise und die Bleistift-Notlösung
Kapodaster kosten je nach Bauart zwischen etwa 1 und 50 Euro. Schraub- und Präzisionsmodelle bleiben meist stimmstabiler als einfache Bändchen-Capos. Für eine Singrunde mit häufigem Tonartwechsel zahlt sich das Extra oft aus, weil weniger Zeit fürs Nachstimmen zwischen den Liedern draufgeht.
Federklemm-Capos sind meist am günstigsten und für den gelegentlichen Einsatz völlig ausreichend. Schraubkapos halten die Stimmung oft zuverlässiger, brauchen aber einen Moment länger beim Umsetzen zwischen Liedern.
Notlösung ohne Capo: Manche Musiker greifen unterwegs zu einem Bleistift, den sie mit einem Gummiband über die Bünde spannen. Das funktioniert kurzzeitig, gilt in Gitarrenforen aber ausdrücklich als unzuverlässiger Notnagel und nicht als dauerhafter Ersatz für einen echten Capo.
Der Capo bringt am meisten, wenn dein Liederbuch schon passt
Dein Liederbuch nimmt dir die meiste Arbeit schon ab, wenn es die Songs in einer singbaren Tonart mit offenen Akkorden abdruckt. Dann fehlen oft nur noch ein, zwei Bünde, und schon singt am Abend wirklich jeder mit.
Wer zusätzlich mit dem Weihnachtsliederbuch spielt, kennt das Prinzip bereits aus der Weihnachtszeit: bekannte Lieder in tieferer, einfacherer Fassung, sodass du mit dem Capo nur noch fein nachjustierst.
Am einfachsten testest du das vor dem nächsten Treffen: Sing die höchste Stelle eines geplanten Songs einmal für dich durch, leg den Capo probeweise in Bundabständen von eins bis drei und wähl die Position, bei der du am entspanntesten singst.
Häufige Fragen zum Tonart-Wechsel mit Capo
Kann ein Capo eine zu hohe Tonart auch tiefer machen?
Nein, ein gewöhnlicher Kapodaster verschiebt die Tonhöhe ausschließlich nach oben. Ist ein Lied zu hoch, hilft nur eine Version mit bereits abgesenkter Tonart oder ein Wechsel zu tiefer liegenden Griffen weiter unten am Hals. Zur Not kannst du den Capo auch auf den achten oder zehnten Bund setzen: Das klingt dann nicht mehr schön und lässt sich auch nicht mehr gut greifen, ist aber immer noch besser, als schnell andere Noten suchen zu müssen.
Wie viele Bünde kann ich für den Capo realistisch nutzen?
Grob gesagt der erste bis siebte Bund. Weiter oben wird der Klang dünn und mandolinenartig, und die engen Bundabstände machen das Greifen echt fummelig.
Verstimmt sich die Gitarre, wenn ich einen Capo aufsetze?
Ja, oft ein bisschen, vor allem bei billigen Modellen, die ungleichmäßig drücken. Stimm die Gitarre deshalb jedes Mal kurz nach, sobald der Capo sitzt. Manchmal hilft es auch einfach, den Capo noch einmal neu aufzusetzen.
Brauche ich für die Ukulele einen anderen Capo als für die Gitarre?
Nimm für die Ukulele lieber einen eigenen, leichteren Capo. Ein normaler Gitarren-Capo macht den schlanken Hals kopflastig und drückt zu stark auf die empfindlicheren Nylonsaiten.
Was mache ich, wenn ich spontan keinen Capo dabei habe?
Als kurzfristige Notlösung nutzen manche Musiker einen mit Gummiband befestigten Bleistift über den Bünden. Das funktioniert nur behelfsmäßig und ersetzt auf Dauer keinen richtigen Capo, weil Druck und Klang ungleichmäßig bleiben.