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Kinderlieder auf der Ukulele: einfach begleiten mit 2-3 Akkorden

Kinderlieder auf der Ukulele: einfach begleiten mit 2-3 Akkorden

Einfache Kinderlieder auf der Ukulele brauchst du nicht lange zu suchen: Sieben bekannte Klassiker, von den Sternlein bis „A ram sam sam“, gehen mit zwei oder drei Griffen. Noten musst du dafür nicht lesen können, und ein simpler Abschlag pro Zählzeit trägt jedes dieser Lieder, ob im Morgenkreis oder an der Bettkante.

  • „Hänschen klein“ klappt mit nur zwei Akkorden, C und G7, oft schon beim ersten Versuch.
  • C, G7 und F reichen für die meisten bekannten Kinderlieder, mehr musst du zum Start nicht lernen.
  • Liegt ein Lied zu hoch, wechselst du auf tiefere Griffe; ist es zu tief, hilft ein Capo.
  • Ein einziges Lied, das heute Abend funktioniert, bringt dir mehr als eine lange Liste, die du nie spielst.

Einfache Kinderlieder auf der Ukulele mit nur 2 bis 3 Akkorden

Sieben Klassiker reichen für den Anfang, und die ersten fünf davon schaffst du mit zwei Griffen. Die Tabelle ist nach Schwierigkeit sortiert, du arbeitest dich also einfach von oben nach unten vor.

Die Akkordfolgen in der Tabelle stammen aus dem Kinderliederbuch für Alt und Jung, das die Lieder fertig für Gesang und Gitarre oder Ukulele arrangiert. Und „Hänschen klein“ taucht in Anleitungen immer wieder als typisches erstes Zwei-Akkord-Lied auf. Zu Recht.

LiedAkkordeGut zu wissen
Hänschen kleinC, G7Dein Startlied: Der Text wiederholt sich, die Wechsel kommen gemächlich.
Weißt du, wieviel Sternlein stehenC, G7Ruhig und gemütlich, perfekt für den Abend.
Der Kuckuck und der EselC, G7Gleiche Griffe wie bei den Sternlein, also gleich mitüben.
Bruder JakobD, A7Als Kanon gesungen reicht die Melodie mit nur zwei Griffen völlig aus.
A ram sam samG, D7Der Text wiederholt sich ständig, die zwei Griffe hast du schnell im Gefühl.
Alle meine EntchenD, G, A7Hier kommt der dritte Griff dazu.
Fuchs, du hast die Gans gestohlenD, G, A7Etwas flotter, die Wechsel folgen dichter aufeinander.

Ehrlich gesagt: Wenn du nur die ersten zwei Zeilen dieser Tabelle schaffst, hast du schon gewonnen. Die gleichen Griffe stehen übrigens auch in den Liederbüchern für Ukulele als Diagramm direkt beim jeweiligen Lied, falls du später Lieder für Erwachsene dazunehmen willst.

Die drei Akkorde, die du zuerst lernst

Lern C zuerst, dann G7, dann F. In dieser Reihenfolge baut jeder Griff auf dem vorigen auf, und schon nach C und G7 spielst du drei Lieder: „Hänschen klein“, „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ und „Der Kuckuck und der Esel“.

Kurz zur Orientierung: Hältst du die Ukulele vor dem Bauch, heißen die Saiten von oben (nah am Kinn) nach unten G-C-E-A. Die Bünde zählst du vom Kopf des Instruments her, der erste Bund ist also der, der am weitesten von deinem Bauch entfernt ist.

  1. C: Ringfinger auf die A-Saite (die unterste) im dritten Bund, alle anderen Saiten klingen frei.
  2. G7: Zeigefinger auf die E-Saite im ersten Bund, Mittelfinger auf die C-Saite im zweiten Bund, Ringfinger auf die A-Saite im zweiten Bund.
  3. F: Zeigefinger auf die E-Saite im ersten Bund, Mittelfinger auf die G-Saite im zweiten Bund.

Bei G7 bilden die drei Finger ein kleines Dreieck, so merkst du dir den Griff leichter. Sitzen alle drei Akkorde, sind D und A7 die nächsten Kandidaten. Beide brauchst du für „Bruder Jakob“: Für A7 setzt du nur den Mittelfinger auf die C-Saite im ersten Bund, für D legst du Zeige-, Mittel- und Ringfinger nebeneinander in den zweiten Bund, auf G-, C- und E-Saite. Mit D und A7 hast du dann auch „Bruder Jakob“ in der Tasche.

Und falls dir das alles für den ersten Abend noch zu viel ist? Total verständlich, wenn die Finger sich erst mal fremd anfühlen. Dann probier das hier:

Ein Griff reicht: „Bruder Jakob“ kannst du notfalls komplett mit einem einzigen D begleiten. Die Melodie dreht sich um genau diesen Akkord, deshalb klingt das rund. Du übst dabei das, was am Anfang am schwersten ist: gleichzeitig singen und schlagen.

Wenn der Wechsel zu F nicht klappt: so rettest du das Lied

Wechsle nur dort, wo eine neue Textzeile beginnt, und gönn dir für F eine Abkürzung. Fast alle hängen an derselben Stelle: Das C sitzt, dann kommt F, und bis beide Finger liegen, ist die Melodie schon weitergelaufen. Das Lied stockt, die Kinder schauen dich an. Ganz normal. Damit hältst du fast jedes Lied am Laufen, auch wenn die Finger noch langsam sind.

Der einfachste Trick ist eine F-Light-Version: Leg nur den Zeigefinger auf die E-Saite im ersten Bund und lass die anderen drei Saiten frei. Das klingt etwas luftiger als das volle F, passt aber, und die Kinder merken keinen Unterschied. Den Mittelfinger nimmst du dazu, sobald der Wechsel flutscht.

Spiel so langsam, dass der Wechsel klappt, auch wenn dir das zäh vorkommt. Kinder singen gern gemütlich, schneller wirst du von allein. Hilft das noch nicht, sing das Lied erst ein paarmal ohne Ukulele, bis Text und Melodie sicher sitzen. Danach schlägst du nur einmal pro Takt an, auf der Eins. Dazwischen haben deine Finger Zeit, den nächsten Griff zu suchen. Ist dir ein Schlagmuster zu kompliziert, nimm ein einfacheres oder erfinde ein eigenes. Es geht ums Singen.

Zwei Dinge lassen Lieder oft scheitern: zu viele Strophen und eine verstimmte Ukulele. Bei kleinen Kindern reichen meist zwei, drei Strophen. Wenn trotz richtiger Griffe alles schief klingt, liegt es fast immer an der Stimmung.

Griff-Abkürzung: Zwischen F und G7 bleibt der Zeigefinger einfach auf der E-Saite im ersten Bund liegen. Du bewegst nur Mittel- und Ringfinger, das spart beim Wechsel spürbar Zeit.

Richtiges Schlagmuster für Wiegenlied oder Morgenkreis

Zwei Muster reichen dir für alle Lieder: gleichmäßige Abschläge und (sobald die sitzen) Ab, Ab-Auf. Für Lieder im Dreiertakt passt du das Muster leicht an, für Schlaflieder wirst du einfach leiser und langsamer.

Ein Abschlag heißt: Zeigefinger oder Daumen streicht von oben nach unten über alle vier Saiten. Zähl beim Singen mit, eins, zwei, drei, vier, und schlag auf jede Zahl einmal nach unten. Das klingt schlicht und trägt jedes Lied. Fühlt sich das sicher an, machst du daraus Ab, Ab-Auf: einmal runter, dann runter und schnell wieder hoch. Das bringt Schwung in „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ oder „A ram sam sam“.

Manche Lieder schwingen in Dreiern, etwa „Guten Abend, gut’ Nacht“ oder „Happy Birthday“. Erkennst du daran, dass du beim Mitzählen immer bei eins, zwei, drei wieder von vorn anfängst. Dann schlägst du die Eins kräftig und die Zwei und Drei leise: Bumm, tschick, tschick. „Hänschen klein“ dagegen läuft im geraden Takt, da passt das normale Muster.

Für Schlaflieder streichst du mit dem Daumen langsam über die Saiten, nur einmal pro Takt. Weicher wird eine Ukulele nicht.

Klingt trotz richtiger Griffe alles schräg? Dann ist die Ukulele verstimmt, das passiert schneller, als man denkt. Die Standardstimmung heißt g-C-E-A. Ein Stimmgerät zum Anklemmen oder eine Stimm-App erledigt das in einer Minute, mach es am besten vor jeder Runde.

Kurz erklärt: Die Ukulele ist re-entrant gestimmt, also nicht von tief nach hoch. Die oberste G-Saite klingt höher als die C-Saite darunter. Das ist richtig so und kein Fehler beim Stimmen, verwirrt aber viele beim ersten Mal.

Wenn das Lied zu hoch ist: Tonart kinderleicht anpassen

Ist ein Lied zu hoch, nimmst du einfach andere Griffe, die das Lied tiefer setzen. Für Kinder reicht ungefähr eine Oktave Tonumfang, grob zwischen dem D direkt über dem mittleren C am Klavier und dem D eine Oktave darüber. Was deutlich höher liegt, wird gequietscht, was zu tief liegt, gebrummt.

Ein Lied in eine tiefere Lage zu setzen nennt man Transponieren (heißt: dasselbe Lied in einer anderen Tonlage spielen). Klingt nach Theorie, ist aber nur ein Griff-Tausch.

So passt du ein Lied an, ganz ohne Notenwissen:

  1. Andere Griffe nehmen: Aus C, F und G7 werden G, C und D7, und ihr singt tiefer.
  2. Capo nur für zu tiefe Lieder: Die Klemme quer über die Saiten macht alles höher.
  3. Erst ohne Ukulele anstimmen: Sing eine Strophe, hör, wo die Kinder landen, dann such die Griffe.

Richte die Tonart also nach den Kinderstimmen und such die Griffe passend dazu.

Welches Lied passt zu welchem Moment

Für den Morgenkreis Tierlieder, für wilde Minuten Bewegungslieder, für die Bettkante ruhige Dreier, für Geburtstage die Klassiker mit G, D7 und C. Und fast jedes Lied wird größer, wenn die Kinder dabei etwas tun dürfen.

Morgenkreis und Tierlieder

„Old MacDonald hat 'ne Farm“ kommt mit G, C und D7 aus. G ist neu, aber machbar: Zeigefinger auf die C-Saite im zweiten Bund, Mittelfinger auf die A-Saite im zweiten Bund, Ringfinger auf die E-Saite im dritten Bund. D7 kennst du im Prinzip schon von A7 her, nur mit zwei statt einem Finger: Zeigefinger auf die G-Saite im zweiten Bund, Mittelfinger auf die E-Saite im zweiten Bund. Das Lied lebt vom Mitmachen: Jedes Kind darf ein Tier aussuchen, und alle machen das Geräusch dazu. Da kann eine Runde auch mal zehn Strophen haben, ohne dass einer meckert.

„Der Kuckuck und der Esel“ mit C und G7 ist das perfekte Gegenstück für den Kreis. Teil die Kinder in zwei Gruppen: Die eine ruft „Kuckuck“, die andere „I-a“, jeweils wenn ihr Tier im Text dran ist. Erfahrungsgemäß wird der Streit zwischen den Gruppen lauter als der im Lied.

Bewegung und Mitmachlieder

„A ram sam sam“ mit G und D7 ist der Klassiker für Kita und Sitzkreis. Eine verbreitete Variante: Bei „a ram sam sam“ klopfen alle mit den Fäusten auf die Oberschenkel, bei „guli guli guli“ kreisen die Hände umeinander, und bei „a rafiq“ gehen die Arme hoch und alle verbeugen sich. Es gibt mehrere Aufbereitungen mit anderen Griffen; such dir die aus, die für deine Finger passt. Und wenn die Bewegungen sitzen, wird jede Runde ein bisschen schneller.

Auch „Alle meine Entchen“ mit D, G und A7 lässt sich prima mitspielen. Die Hände werden zu Schnäbeln, die übers Wasser schwimmen, bei „Köpfchen in das Wasser“ geht der Kopf nach vorn, und bei „Schwänzchen in die Höh’“ wackelt der Po. Zugegeben, die Erwachsenen machen da selten freiwillig mit.

Auch „Kopf und Schultern, Knie und Fuß“ passt gut in diese Runde: Alle tippen die Körperteile an, die gerade besungen werden, und das Tempo darf ruhig anziehen, je öfter ihr es singt. Für die Begleitung reichen C, G und F, also genau die Griffe, die du zu diesem Zeitpunkt schon kannst.

Schlaflieder

Bei Schlafliedern brauchst du kaum zu vereinfachen, die Begleitung bleibt ohnehin schlicht. „Guten Abend, gut’ Nacht“ spielst du mit C, G7 und F, genau den drei Griffen, die du zuerst gelernt hast. „Der Mond ist aufgegangen“ braucht D, G und A7, dieselben Griffe wie bei „Alle meine Entchen“. Und „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ mit C und G7 brauchst du gar nicht erst anzupassen.

Mitmachen heißt hier: leiser werden. Lass die letzte Strophe immer leiser auslaufen, bis nur noch die Ukulele zu hören ist. Viele Kinder sind dann schon weg, bevor der letzte Ton verklingt.

Geburtstag

„Happy Birthday to You“ spielst du in G mit G, D7 und C, alle drei schon aus „Old MacDonald“ bekannt.

„Viel Glück und viel Segen“ braucht mit F, G und C fast dieselben Griffe, die du ganz am Anfang gelernt hast, nur mit einem schlichten G statt G7, und ist zudem ein Kanon (heißt: mehrere Gruppen singen dieselbe Melodie, nur zeitversetzt). Beim Kindergeburtstag ist das toll, wenn noch ein zweiter Erwachsener da ist: Einer spielt, die Gruppen setzen nacheinander ein, und das Geburtstagskind darf das Startzeichen geben.

Wenn ihr zu mehreren singt: so bleibt die Runde zusammen

Eine Gruppe bleibt zusammen, wenn du deutlich einzählst, den ersten Ton vorsingst und die Runde kurz hältst. Spiel vor dem Einsatz einen Takt des ersten Akkords und zähl laut „eins, zwei, drei, los“. Dann sing das erste Wort allein vor, damit alle wissen, wo der Ton liegt.

Bei der Reihenfolge gilt: bewegt anfangen, ruhig aufhören. Ein Bewegungslied holt alle ins Boot, ein Schlaflied oder die Sternlein holen sie wieder runter. Als Richtwert reichen vier, fünf Lieder. Hör lieber auf, solange noch alle dabei sind, dann freuen sich die Kinder aufs nächste Mal.

Und wenn deine Griffe sitzen? Dann hast du mit C, G7, F, D, A7, G und D7 schon das Handwerkszeug für alle Lieder aus diesem Artikel. Von hier aus lohnt sich als Nächstes Am, weil es im Kinderliederbuch für viele weitere Titel auftaucht und sich fast so leicht greifen lässt wie C.

Wenn du dann mehr Lieder in genau dieser aufbereiteten Form willst, ist Das Kinderliederbuch aus der Reihe Liederbücher für Alt und Jung eine naheliegende Option. Es enthält 113 alte und neue Kinderlieder, arrangiert für Gesang und Gitarre, Ukulele oder Klavier, gedacht für Kita und Zuhause, darunter auch „A ram sam sam“. Die Akkorddiagramme stehen direkt beim Lied, dazu kommen Bilder zum Ausmalen und viele Tipps, wie Kinder mit Bewegungen zum Text mitmachen. Bestellen kannst du es über Schott Music, Amazon oder im Musik- und Buchhandel; die Links findest du auf der Buchseite.

Dein erster Übungsabend: so startest du heute

Was über Frust oder Erfolg entscheidet, ist die Reihenfolge: ein Lied, zwei Griffe, zehn Minuten. Wer ein ganzes Liederbuch auf einmal aufschlägt, sieht vor allem, was noch nicht geht. Wer mit „Hänschen klein“ anfängt, hat nach einem Abend ein Lied, das sein Kind erkennt.

Also: Stimm die Ukulele heute Abend, übe C und G7 und spiel „Hänschen klein“ so langsam, wie es eben sein muss. Morgen nimmst du das zweite Lied aus der Tabelle dazu. In einer Woche hast du ein kleines Repertoire, und dein Kind singt vermutlich lauter als du. Wenn danach der Nachschub fehlt, findest du im Kinderliederbuch für Alt und Jung jedes Lied mit dem Griffbild direkt am Text.

Häufige Fragen zu Kinderliedern auf der Ukulele

Darf mein Kind auf der Ukulele mitschrammeln?

Ja, sogar ganz ohne Griff. Die leeren Saiten klingen zusammen wie ein weicher C-Akkord, genauer ein C6, der gut zu Liedern in C passt. Du singst, dein Kind schlägt die freien Saiten, und schon spielt ihr zu zweit.

Was mache ich, wenn meine Ukulele trotz richtiger Griffe falsch klingt?

Erst nachstimmen, dann die Finger prüfen. Drück die Saite kurz vor dem Bundstäbchen und achte darauf, dass kein Finger eine freie Nachbarsaite berührt. Neue Saiten dehnen sich anfangs stark und verstimmen sich deshalb in den ersten Tagen ständig.

Muss ich Noten lesen können, um diese Lieder zu spielen?

Nein. Für die Begleitung reichen die Akkordnamen und die Griffbilder, die Melodien kennst du ohnehin aus deiner Kindheit. Noten helfen höchstens bei Liedern, die du selbst nie gesungen hast.

Wie lange dauert es, bis ich mein erstes Lied flüssig spiele?

Ein paar Abende mit je zehn bis fünfzehn Minuten, als grober Richtwert. Ein Zwei-Akkord-Lied klappt oft schon am ersten Abend in langsamem Tempo. Was länger dauert, ist der saubere Wechsel, wenn das Lied flotter wird.

Was mache ich, wenn ich den Text nicht mehr vollständig kann?

Sing die erste Strophe einfach zweimal. Kinder lieben Wiederholungen und merken das kaum. Fehlende Zeilen füllst du mit „la la la“, oder ihr erfindet gemeinsam eine eigene Strophe.

Eignen sich diese Akkordfolgen auch für die Gitarre?

Ja, die Akkordnamen gelten auf der Gitarre genauso, nur die Griffe sehen anders aus. Beim F gibt es für Anfänger eine vereinfachte Variante auf vier Saiten, die deutlich leichter ist als der volle Barré-Griff.