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Englische Weihnachtslieder: 12 Klassiker zum Mitsingen

Englische Weihnachtslieder: 12 Klassiker zum Mitsingen

Englische Weihnachtslieder sind Titel wie „Jingle Bells", „The Little Drummer Boy" oder „Last Christmas", die in Deutschland, Österreich und der Schweiz genauso selbstverständlich mitgesungen werden wie deutsche Klassiker. Acht davon sind waschechte Carols, vier moderne Popsongs, und zu jedem gibt es Refrain und Entstehungsjahr.

Bei Jingle Bells kommt sogar ein Akkord-Tipp dazu, denn kaum ein Song lässt sich so leicht auf Gitarre oder Ukulele begleiten. Zu jedem Titel gehört die Zeile, an der du ihn sofort erkennst, dazu Herkunft, Jahr und ein Hinweis, ob es überhaupt eine deutsche Textfassung gibt.

Hier die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick:

  • Im Weihnachtsliederbuch findest du alle Titel dieser Liste fertig für Gitarre und Ukulele arrangiert, Jingle Bells etwa mit offenen Grundakkorden, die sich besonders für Einsteiger eignen.
  • Acht traditionelle Carols wie Jingle Bells und The Little Drummer Boy stammen aus den Jahren 1719 bis 1949.
  • Vier moderne Popsongs, darunter Last Christmas und All I Want for Christmas Is You, prägen seit den 1980er- bis 1990er-Jahren jede Playlist.
  • Nur ein Titel hat eine feste deutsche Entsprechung, alle anderen bleiben bewusst im englischen Original.

Welche englischen Weihnachts-Klassiker singt heute noch jeder mit?

Acht Carols bilden den festen Kern des englischen Weihnachtsrepertoires hierzulande, von einer Melodie aus dem 18. Jahrhundert bis zu einem US-Radiohit der 1930er-Jahre. Jeder Titel klingt vertraut, sobald die ersten Takte laufen, auch wenn kaum jemand die Geschichte dahinter kennt.

Jingle Bells (1857)

James Lord Pierpont schrieb den Song 1857 und veröffentlichte ihn in Boston zunächst unter dem Titel „The One Horse Open Sleigh". Erst zwei Jahre später bekam er seinen heutigen Namen, wie die Entstehungsgeschichte auf Wikipedia zeigt. Ursprünglich ging es darin um ein Pferdeschlittenrennen, erst Jahrzehnte später wanderte das Lied ins winterliche Repertoire. Den Refrain kennt jeder: „Jingle bells, jingle bells, jingle all the way." Eine deutsche Textfassung hat sich nie durchgesetzt. Wer deutsche Winterlieder sucht, wird bei den deutschen Weihnachtsliedern fündig.

We Wish You a Merry Christmas

Dieses englische Volkslied stammt aus dem West Country Englands und geht auf die Carol-singing-Tradition des 16. Jahrhunderts zurück, inklusive der Sitte, sich dabei Figgy Pudding zu wünschen. Die heute bekannte vierstimmige Chorfassung arrangierte Arthur Warrell aus Bristol erst 1935. Die kurze, sich wiederholende Zeile eignet sich gut für den Einstieg in eine Gruppenrunde: „We wish you a merry Christmas and a happy New Year." Eine etablierte deutsche Version gibt es nicht.

The Little Drummer Boy

Die amerikanische Komponistin Katherine Kennicott Davis schrieb den Song 1941 zunächst unter dem Titel „Carol of the Drum", die Melodie soll ihr während eines Mittagsschlafs regelrecht in den Kopf gekommen sein, wie der Wikipedia-Eintrag zum Song schildert. Aufgenommen wurde er erstmals 1951 von der österreichischen Trapp Family, richtig bekannt machte ihn aber erst die Chorfassung der Harry Simeone Chorale von 1958, die den Song jahrzehntelang zu einem festen Radiohit der Weihnachtszeit werden ließ. Besonders populär wurde später die Duett-Version von Bing Crosby und David Bowie aus dem Jahr 1977, die 1982 sogar Platz drei der britischen Charts erreichte. Erkennbar ist der Song sofort an seiner trommelnden Lautmalerei, mit der ein armer Junge dem neugeborenen Königskind sein einziges Geschenk macht, sein Trommelspiel. Eine feste deutsche Textfassung hat sich für diesen Titel nie durchgesetzt.

Deck the Halls

Die Melodie ist walisisch: „Nos Galan", eine Silvesterweise, die Edward Jones 1794 erstmals veröffentlichte. Die bekannten englischen Lyrics schrieb der schottische Musiker Thomas Oliphant erst 1862, ursprünglich noch als „Deck the Hall" im Singular. Die tralala-Silben im Refrain kann jeder mitsingen, auch ohne den Text auswendig zu kennen: „Deck the halls with boughs of holly, fa la la la la, la la la la."

Rudolph the Red-Nosed Reindeer

Johnny Marks schrieb das Lied 1949 auf Basis einer Werbegeschichte, die sein Schwager Robert L. May bereits 1939 für das Kaufhaus Montgomery Ward verfasst hatte. Gene Autrys Aufnahme erreichte an Weihnachten 1949 Platz eins der US-Charts und verkaufte sich in den ersten Jahren rund 2,5 Millionen Mal, insgesamt etwa 25 Millionen. Kinder lieben bis heute die Geschichte vom Rentier mit der roten Nase: „Rudolph the red-nosed reindeer had a very shiny nose."

Santa Claus Is Comin' to Town

Haven Gillespie schrieb 1934 den Text, J. Fred Coots die Musik. Premiere feierte der Song in Eddie Cantors Thanksgiving-Radioshow im November 1934, und die Reaktion war sofort messbar: Innerhalb von 24 Stunden gingen Bestellungen für 500.000 Notenblätter und über 30.000 Platten ein. Der drohend-freundliche Ton bleibt Kindern bis heute im Ohr: „You better watch out, you better not cry."

Joy to the World

Der englische Dichter Isaac Watts verfasste den Text 1719 als Nachdichtung von Psalm 98. Die heute übliche Melodie „Antioch" arrangierte der Amerikaner Lowell Mason erst 1836/1848 nach Motiven, die Georg Friedrich Händel zugeschrieben werden. Seit dem 20. Jahrhundert gilt es als das meistpublizierte Weihnachtslied Nordamerikas, mit 1.387 Gesangbuch-Abdrucken laut Dictionary of North American Hymnology 2009. Refrain: „Joy to the world, the Lord is come."

O Come All Ye Faithful

Die Wurzeln liegen in der lateinischen Hymne „Adeste Fideles", die meist John Francis Wade um die 1740er-Jahre zugeschrieben wird. Die englische Übersetzung stammt von Frederick Oakeley aus dem Jahr 1841, im deutschen Sprachraum ist der Song als „Herbei, o ihr Gläubigen" bekannt. Erkennungszeile: „O come, let us adore Him."

Gut zu wissen: Wer „Adeste Fideles" wirklich komponiert hat, ist laut dem Wikipedia-Eintrag zum Lied bis heute nicht restlos geklärt. Die ältesten erhaltenen Manuskripte tragen zwar die Signatur von John Francis Wade, ein zweifelsfreier Beleg für seine Autorschaft als Komponist ist das aber nicht.

Welche modernen Weihnachts-Hits wie Last Christmas gehören heute genauso dazu?

Vier Popsongs aus den 1980er- bis 1990er-Jahren haben sich neben den alten Carols einen festen Platz erobert, weil sie im Radio und auf jeder Feier laufen. Bei ihnen kennt man meist auch Interpret und Entstehungsjahr genau.

Last Christmas (Wham!, 1984)

George Michael schrieb den Song im Februar 1984 und nahm ihn im August desselben Jahres auf. In den UK-Charts blieb er 1984/85 fünf Wochen auf Platz zwei, verdrängt ausgerechnet von „Do They Know It's Christmas?". Die Nummer eins in Großbritannien erreichte er erst am 1. Januar 2021, 2023 wurde er sogar die britische Weihnachts-Nummer-eins. Mitsingen kannst du bei der Zeile, die jeder kennt: „Last Christmas, I gave you my heart." Details dazu liefert der Wikipedia-Eintrag zum Song.

All I Want for Christmas Is You (Mariah Carey, 1994)

Mariah Carey schrieb den Song gemeinsam mit Walter Afanasieff, aufgenommen wurde er im Sommer 1994 als Leadsingle des Albums „Merry Christmas", veröffentlicht am 29. Oktober desselben Jahres. Die Spitze der Billboard Hot 100 erreichte er, wie im Wikipedia-Artikel zum Song nachzulesen, erst 2019, also 25 Jahre nach Veröffentlichung, der bis dahin längste Zeitraum zwischen Erscheinen und Nummer-eins-Erfolg überhaupt. Den Titel singt jeder schon nach den ersten Worten mit: „All I want for Christmas is you."

Do They Know It's Christmas? (Band Aid, 1984)

Bob Geldof und Midge Ure schrieben den Song 1984 als Reaktion auf die Hungerkatastrophe in Äthiopien. Am 25. November 1984 nahm eine Riege britischer Popstars, unter anderen Bono und Sting, den Song in einer 24-Stunden-Session als Charity-Single auf. Er erreichte fünf Wochen Platz eins in Großbritannien und verkaufte sich bis 1985 über drei Millionen Mal allein dort. Refrain: „Do they know it's Christmas time at all?"

Christmas Time (Bryan Adams, 1985)

Bryan Adams schrieb den Song gemeinsam mit seinem langjährigen Songwriting-Partner Jim Vallance im Mai 1985 in Vancouver, mitten im kanadischen Sommer, wie Adams' eigene Songgeschichte zeigt. Veröffentlicht wurde er im Dezember desselben Jahres zunächst nur als grün eingefärbte Vinyl-Single exklusiv für Mitglieder von Adams' Fanclub, bevor er sich zu dessen bekanntestem Weihnachtssong entwickelte. Ein offizielles Musikvideo gab es lange nicht, erst 2019 veröffentlichte Adams eines, 34 Jahre nach der Erstveröffentlichung. Den Song spielte er 2001 sogar live für Papst Johannes Paul II. im Vatikan.

Wo findest du die vollständigen Songtexte zu diesen Liedern?

Für das Wiedererkennen reicht die Refrainzeile, für das echte Mitsingen brauchst du die vollständigen Strophen. Die findest du zuverlässig auf offiziellen Liedportalen und in gedruckten Liederbüchern, die Text und Akkorde direkt nebeneinander abdrucken, so wie im Weihnachtsliederbuch, wo alle Strophen mit Akkordsymbolen über der Zeile stehen. Wer erst einmal übt, gemeinsam in der Runde zu singen und dabei nicht ständig vom Blatt abzulesen, findet dazu praktische Anregungen in den Tipps zu Weihnachtsliedern zum Mitsingen.

Welche Lieder eignen sich für Kinder, welche für die Feier am Abend?

Kinder singen am liebsten Songs mit einfacher Melodie und viel Wiederholung im Refrain. Am Feierabend rücken eher Titel in den Vordergrund, die von Stimmung und Text leben.

  • Kindertauglich: Rudolph the Red-Nosed Reindeer, Jingle Bells, Deck the Halls, Santa Claus Is Comin' to Town.
  • Leicht in der Gruppe: We Wish You a Merry Christmas, Jingle Bells, Joy to the World.
  • Für den Feierabend: Last Christmas, All I Want for Christmas Is You, Christmas Time.
  • Besinnlich und ruhig: The Little Drummer Boy, O Come All Ye Faithful.
Praxistipp: Fang eine gemischte Runde mit einem einfachen, bekannten Song wie We Wish You a Merry Christmas an. Sobald alle mitsingen, fällt der Umstieg auf textlich anspruchsvollere Songs leichter.

Mit welchen Akkorden lässt sich Jingle Bells auf Gitarre oder Ukulele begleiten?

Im Weihnachtsliederbuch steht Jingle Bells in G-Dur und kommt mit sechs offenen Akkorden aus (G, C, D, Am, D7, A7). Damit gilt der Song seit Jahren als typisches Einsteigerstück für Gitarre und Ukulele, denn alle sechs Griffe lassen sich ganz ohne Barré spielen.

Für die übrigen Titel dieser Liste liegen uns keine im Detail geprüften Akkordangaben vor, mit Ausnahme von Joy to the World, das im Weihnachtsliederbuch ebenfalls mit einfachen offenen Akkorden notiert ist. Wer die restlichen Songs in einer singbaren Tonart mit passenden offenen Akkorden spielen möchte, findet eine durchgehend arrangierte Auswahl im Weihnachtsliederbuch, das genau für diesen Zweck gemacht ist: leicht greifbare Akkorde direkt über dem Text.

Vereinfachungstrick: Lässt sich ein Akkord schwer greifen, lass zuerst die Zusätze weg und vereinfache Cmaj7 zu C, G7 zu G. Bei Barré-Griffen wie F oder Hm hilft es oft, sie ohne Barré zu spielen. Das klingt etwas dünner, reicht für die meisten Weihnachtslieder aber völlig aus.

Zwischen Radiohit und Wohnzimmertradition

Kaum einer dieser Songs war von Anfang an ein sicherer Klassiker. Jingle Bells war ursprünglich gar kein Weihnachtslied, All I Want for Christmas Is You brauchte 25 Jahre bis zur Chartspitze, und Last Christmas musste fast vier Jahrzehnte auf seine erste Nummer eins warten. Diese Titel verbindet vor allem eines: Menschen singen sie seit Jahrzehnten immer wieder gemeinsam.

Wähle für heute Abend drei bis vier Songs aus unterschiedlichen Kategorien, zum Beispiel einen Carol für den Einstieg und einen Popsong für die Stimmung. Probier sie gleich mit den passenden Akkorden auf Gitarre oder Ukulele aus.

Häufige Fragen zu englischen Weihnachtsliedern

Ist Jingle Bells ursprünglich ein Weihnachtslied?

Nein, das Lied handelte ursprünglich von einem Pferdeschlittenrennen und hatte 1857 keinen Weihnachtsbezug. Erst in den Jahrzehnten nach der Veröffentlichung wanderte es ins winterliche und später weihnachtliche Repertoire. Heute kennt kaum jemand den ursprünglichen Kontext.

Welches ist das älteste Lied auf dieser Liste?

Joy to the World ist mit seinem Text von 1719 der älteste Titel dieser Zusammenstellung. We Wish You a Merry Christmas geht zwar auf eine Volksliedtradition des 16. Jahrhunderts zurück, die heute bekannte Fassung wurde aber erst 1935 arrangiert.

Warum brauchte Last Christmas so lange bis zur Nummer eins?

Der Song blieb 1984/85 fünf Wochen auf Platz zwei der UK-Charts, weil ihn Do They Know It's Christmas? von der Spitze fernhielt. Erst am 1. Januar 2021 erreichte Last Christmas erstmals Platz eins in Großbritannien, mehr als 36 Jahre nach Veröffentlichung.

Welches Lied lässt sich am leichtesten auf der Gitarre begleiten?

Joy to the World steht laut Weihnachtsliederbuch in C-Dur und kommt mit nur drei offenen Grundakkorden aus, C, F und G7. Deshalb gilt er als leichtester Titel dieser Liste, ganz ohne Barré-Griffe und mit wenigen Wechseln, ideal für Einsteiger auf Gitarre und Ukulele.

Gibt es zu allen Liedern eine deutsche Textfassung?

Nein, nur ein Titel dieser Liste hat eine etablierte deutsche Entsprechung. O Come All Ye Faithful ist im Kirchengesang als Herbei, o ihr Gläubigen bekannt. Für die übrigen elf Songs hat sich keine deutsche Version durchgesetzt.

Welches Lied bringt am zuverlässigsten Stimmung in die Bude?

Feliz Navidad von José Feliciano bringt in geselliger Runde am zuverlässigsten Stimmung in die Bude. Der puertoricanische Sänger nahm den Song 1970 bewusst zweisprachig auf Englisch und Spanisch auf, damit ihn möglichst viele Radiosender spielen. Die wenigen, sich ständig wiederholenden Zeilen machen ihn zu einem Ohrwurm, bei dem fast jeder sofort mitsingt.